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Creditreform Unternehmermagazin

Neuss, 05.10.2011


Warum eine Pensionszusage – rückgedeckt über Sachwerte – als attraktive Altersvorsorge für Unternehmer, Vorstände und Geschäftsführer gilt.

Nach dem Tennismatch, beim wohlverdienten Bier, spricht der Unternehmer angesichts der Börseturbulenzen gern auch mal über das Thema Altersvorsorge. Das gilt auch für Rainer Hosterlein, einen Geschäftsführer, der vor kurzem  seine über die Firma laufende Altersabsicherung umkrempeln ließ: Der Chef eines Stuttgarter Messebauunternehmens hat sich ausführlich beraten lassen und fühlt sich jetzt in Sachen Pensionszusage umfassend informiert.

„Mit einer Pensionszusage verpflichtet sich das Unternehmen in der Regel, dem Versorgungsberechtigten eine bestimmte Versorgungsleistung ab einem zu definierenden Eintrittsalter zu zahlen“, erklärt Andreas Döring, Bereichsleiter bAV beim Hamburger Emissionshaus MPC Capital. Entsprechend zu bildende Rückstellungen mindern dabei die Steuerlast. „Steuerlich ist es wohl die attraktivste Gestaltungsform einer betrieblichen Altersversorgung von Geschäftsführern und Vorständen“, bestätigt Michael Friedel Günther, Geschäftsführer der Vermögensberatung MFG.

Um die Verpflichtung erfüllen zu können, sollte laut Andreas Döring bis zum Eintrittsdatum ein „entsprechendes Rückdeckungsvermögen“ aufgebaut werden. Unternehmen zahlen in einen Vorsorgetopf, um beim Erreichen der Altersgrenze des Arbeitnehmers genügend Kapital zur Verfügung zu haben und so die Pension zahlen zu können.

Und genau hier liegt einiges im Argen: „In Deutschland besteht bei Pensionszusagen eine gewaltige Deckungslücke, es fehlen rund 120 Milliarden Euro“, warnt Florian Maack, Geschäftsführer des Emissionhauses Nordcapital.

„Unvorteilhaft“ sei etwa der weitverbreitete Abschluss einer Rückdeckungsversicherung, da die Erträge der Versicherung im Betriebsvermögen bereits während des Aufbaus voll steuerpflichtig seien, was den Steuervorteil der Pensionszusage mindere.

Darüber hinaus habe sich deren Verzinsung habe sich im vergangenen Jahrzehnt von durchschnittlich 7,6 Prozent auf 3,5 Prozent mehr als halbiert. Die Nachsteuerrenditen lägen heute sogar unter 2,5 Prozent. „Das insgesamt notwendige Deckungskapital beträgt 454 Milliarden Euro“, rechnet Maack vor: „Davon entfallen 245 Milliarden Euro auf den Durchführungsweg der Direktzusage, von diesen sind jedoch nur 125 Milliarden Euro rückgedeckt.“

Betroffen von der Misere seien rund 400.000 Pensionszusagen in mittelständischen Unternehmen. Darunter leiden schnell auch der Unternehmenswert und vielleicht sogar die Veräußerungschancen des Betriebs.

Werde die Steuerersparnis dagegen in Investmentfonds und Beteiligungen an Sachwerten wie geschlossene Immobilien- oder Energie-Fonds investiert, lasse sich „allein daraus“ der Großteil des notwendigen Vermögensaufbaus finanzieren (siehe Grafik). „Lediglich die beiden Risiken Tod und Berufsunfähigkeit“ werden passgenau über Risikoversicherungen abgesichert“, ergänzt Döring.

Breite Streuung

Zur Schließung der Finanzierungslücke werden immer öfter Lösungen angeboten, die auf einer individuellen Kombination aus offenen Investmentfonds und Sachwertinvestments basieren. Gemeint sind Beteiligungen vor allem aus den Bereichen Schifffahrt, Luftfahrt, Immobilien, erneuerbare Energien und Rohstoffe. „Für die notwendige Sicherheit sorgt eine Streuung über mehrere, sich voneinander unabhängig entwickelnde Anlageklassen“, verspricht MPC Capital. Eine Studie des F.E.L.S Instituts für betriebliche Altersversorgung und moderne Vergütungssysteme bestätigt: Die Schuldenkrise und Inflationsängste lassen Sachwerte zusätzlich attraktiv erscheinen, Mittelständler versuchen sich durch entsprechende Investitionen unabhängiger von Banken und Versicherern zu machen.

Bei der Rückdeckung von Pensionszusagen mit Sachwerten stechen in aller Regel die Trümpfe „Sicherheit“ und „Rendite“: möglichst breite Streuung über verschiedene Wachstumsmärkte, erfahrenes Management mit Expertenteams aus den jeweiligen Marktsegmenten, attraktive Erträge sowie der erhoffte Inflationsschutz durch substanzstarke Sachwerte. Die Emissionshäuser versprechen firmenindividuellen Leistungen, die sich maßgeschneidert an den Anforderungen mittelständischer Kunden orientieren, sowie flexible und an die Liquiditätssituation des Unternehmens angepasste Einzahlungsmöglichkeiten.

Liquiditätseffekte nutzen

Wie der Münchner Finanzberater Siegfried Mai gerne vorrechnet, bieten Sachwertanlagen hierbei erhebliche Steuervorteile. „Erträge aus Beteiligungen sind bis zu 98 Prozent steuerfrei“, bestätigt MPC-Capital-Experte Döring. Je nach Zusammensetzung der Anlageklasse sei nur etwa ein Viertel der Erträge überhaupt steuerpflichtig.  „Die künftige Chef-Rente stammt neben Erträgen aus Sachwertanlagen wesentlich aus Steuerersparnissen“, bringt es Dennie Liemen, Vorstand bei der ass24 AG, die im Web unter anderem die Serviceplattform beratungswelt.ag unterhält, auf den Punkt.

Mit zu berücksichtigen sei zudem, dass der Wertzuwachs der Sachwerte steuerlich nicht ausgewiesen wird. Zudem verbessere sich tendenziell das Rating der Firma wegen bleibender Vermögenswerte.
Werden alle Vorteile berücksichtigt, stellt eine Rendite von sechs Prozent bei Sachwertportfolios eher das untere Ende der Skala dar, trommelt die Nordcapital-Gruppe: „Seit 1992 tätigten wir Investitionen mit einem Gesamtvolumen von 6,6 Milliarden Euro, der durchschnittliche Mittelrückfluss aller Nordcapital-Fonds nach Steuern beträgt 7,8 Prozent pro Jahr.“ Geschäftsführer Maack rät zu einem firmenspezifischen Vermögensplan für die Rückdeckung von Pensionszusagen. Basis des Plans sollte ein maßgeschneidertes, sachwertorientiertes Portfolio sein.

Autor: Gerd Zimmermann



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