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Das Schreckgespenst Kreditklemme wird als größte Gefahr für die sich erholende Konjunktur gesehen. Fragen nach Bonität, Solvenz und Risiko gewinnen insbesondere für mittelständische Unternehmen zunehmend an Bedeutung. So wird der Ausgang von Kreditgesprächen mit Banken oder von Verhandlungen mit Lieferanten und Leasinggesellschaften maßgeblich von der Bonitätsbewertung bestimmt.
Der vorliegende Regionencheck Mittelstand dient als Instrument zur Darstellung der Risikostruktur der Region Münsterland. Ziel ist es, Gefährdungs- aber auch Chancenpotenziale aufzuzeigen. Der Regionencheck wurde von Creditreform Münster in Zusammenarbeit mit der Creditreform Rating AG erstellt.
Datengrundlage der Analyse ist die Creditreform Wirtschaftsdatenbank mit über 3,9 Millionen Datensätzen zu deutschen Unternehmen. Durch stichtagsbezogene Selektionen werden die Anzahl der Unternehmen sowie die Anzahl der ausgefallenen Firmen je Region ausgewiesen. Dabei berücksichtigt der Regionencheck Mittelstand nicht nur Insolvenzverfahren der Unternehmen. Das Vorliegen eines Ausfalls wird darüber hinaus auch durch die Negativmerkmale Verbraucherinsolvenzverfahren von unternehmerisch tätigen Personen, sonstige
Insolvenzverfahren, Haftanordnung zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung und Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung angezeigt. Auf dieser Datengrundlage wird der Creditreform-Risiko-Indikator (CRI in Prozent) errechnet, der die Ausfallwahrscheinlichkeit der Unternehmen einer Region misst und eine Zuordnung in eine von sechs Risikoklassen ermöglicht.
Pleiterisiko im Münsterland geringer als in NRW und in Deutschland
Das Münsterland wird aktuell mit einem CRI von 2,24 Prozent bewertet, was einer geringfügigen Steigerung von 0,02 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Deutschlandweit liegt die Pleitewahrscheinlichkeit mit 2,26 Prozent knapp über dem regionalen Wert. In NRW hingegen haben die Unternehmen insgesamt ein erhöhtes Ausfallrisiko mit einem CRI-Wert von 2,60 Prozent.
Von 72.355 Unternehmen im Münsterland erleiden laut Creditreform-Hochrechnung in 2009 1.620 Betriebe den wirtschaftlichen Zusammenbruch durch Insolvenz, Haftanordnung oder eidesstattliche Versicherung.
Obwohl prozentual mehr Firmen als in 2008 in den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt in diesem Jahr Schiffbruch erleiden werden, liegen diese Kommunen unverändert in der Ausfallrisikoklasse 3, die ein mittleres Ausfallrisiko der Region bescheinigt. Erneut um eine Risikoklasse verschlechtert hat sich der Kreis Warendorf. Von 2,31 Prozent erhöht sich die Ausfallwahrscheinlichkeit in diesem Jahr laut Hochrechnung auf 2,61 Prozent und weist somit ein erhöhtes Ausfallrisiko aus. Auch in der kreisfreien Stadt Münster
hat die Zahl der Firmenausfälle zugenommen. Mit 1,98 Prozent (Vorjahr: 1,72 Prozent) haben die Unternehmen in Münster aber weiterhin nur ein geringes Pleiterisiko.
Baubranche unverändert mit dem höchsten Ausfallrisiko
Die Ausfallwahrscheinlichkeit im Baugewerbe ist nach wie vor deutlich höher als in den übrigen Branchen. Für das Münsterland errechnet sich ein hohes Pleiterisiko mit einem CRI-Wert von 3,41 Prozent. Platz zwei belegt in unserer Region das Dienstleistungsgewerbe mit einem Ausfallrisiko von 2,39 Prozent gefolgt vom Handel (2,11 Prozent) und dem im Münsterland weniger vertretenden Verarbeitenden Gewerbe (1,60 Prozent). Die Geringste Ausfallquote verbuchen erwartungsgemäß die öffentlichen Einrichtungen mit 0,41
Prozent.
Hohe Umsätze schützen vor Zahlungsunfähigkeit
Je höher der Umsatz. Desto geringer die Insolvenzgefahr. Ab einer Umsatzhöhe von einer halben Million Euro im Jahr sinkt das Pleiterisiko deutlich; im Münsterland von 2,38 Prozent auf 1,70 Prozent.
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