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Die Unternehmen im Münsterland zeigten sich von der Wirtschaftskrise in 2009 im Bezug auf die Ausfallquote unbeeindruckt. Das Pleiterisiko ist seit 2008 konstant rückläufig und weist für 2010 einen Creditreform-Risiko-Indikator von 2,04 Prozent (Vorjahr: 2,16 Prozent) aus.
Datengrundlage der Analyse
Datengrundlage der Analyse ist die Creditreform Wirtschaftsdatenbank mit über 3,9 Millionen Datensätzen zu deutschen Unternehmen. Durch stichtagsbezogene Selektionen werden die Anzahl der Unternehmen sowie die Anzahl der ausgefallenen Firmen je Region ausgewiesen. Dabei berücksichtigt der Regionencheck Mittelstand nicht nur Insolvenzverfahren der Unternehmen. Das Vorliegen eines Ausfalls wird darüber hinaus auch durch die Negativmerkmale Verbraucherinsolvenzverfahren von unternehmerisch tätigen Personen, sonstige Insolvenzverfahren, Haftanordnung zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung und Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung angezeigt. Auf dieser Datengrundlage wird der Creditreform-Risiko-Indikator (CRI in Prozent) errechnet, der die Ausfallwahrscheinlichkeit der Unternehmen einer Region misst und eine Zuordnung in eine von sechs Risikoklassen ermöglicht.
Unternehmen in Deutschland und NRW erholten sich in 2010
Deutschlandweit und in NRW zog in 2009 der Anteil der Unternehmensausfälle an, verbuchte in 2010 aber wieder einen Rückgang. Insgesamt ist das Risiko einer Firmenpleite im Münsterland deutlich geringer als in Gesamtdeutschland (2010:2,25 Prozent). Unser Bundesland schneidet hingegen deutlich schlechter ab. Mit einer Ausfallquote in 2010 von 2,52 Prozent, liegt NRW im Bundesländervergleich in Bezug auf das Pleiterisiko der Unternehmen auf dem dritten Platz im Negativranking.
Unternehmenspleiten im Münsterland
1.528 Unternehmen in unserer Region erlitten im vergangenen Jahr den finanziellen Exitus und meldeten Insolvenz an, es erging eine Haftanordnung oder die eidesstattliche Versicherung wurde abgegeben.
In absoluten Zahlen wurde die Mehrheit der Ausfälle in den Kreisen Borken (387) und Steinfurt (370) registriert. Auf Platz drei liegt der Kreis Warendorf mit 312 Firmenpleiten. Von den münsteraner Betrieben mussten 258 die Segel streichen und im Kreis Coesfeld 201.
Setzt man die Ausfälle jedoch ins Verhältnis zu den existenten Unternehmen insgesamt, so sieht das Negativranking etwas anders aus. Prozentual gesehen war das Ausfallrisiko in unserer Region im Kreis Warendorf mit 2,39 Prozent am größten. Das ist ein um 0,14 Prozentpunkte höheres Pleiterisiko als in Gesamtdeutschland, liegt aber immer noch unter der Ausfallquote von NRW (2,52 Prozent).
Die Kreise Borken (2,03 Prozent) und Coesfeld (2,05 Prozent) haben nur knapp die Risikoklasse zwei mit einem geringen Ausfallrisiko verpasst. Die Pleitegefahr in Münster und dem Kreis Steinfurt ist mit jeweils unter zwei Prozent im grünen Bereich.
Ausfallquoten nach Hauptwirtschaftszweigen
Am meisten ausfallgefährdet ist traditionell das Baugewerbe. Im Münsterland ist diese Branche die einzige mit einem erhöhten Ausfallrisiko. Trotzdem sind die Bauunternehmer in unserer Region noch vergleichsweise gut aufgestellt. Von den knapp 8.300 Bauunternehmen insgesamt mussten in 2010 218 Betriebe aufgeben. Das entspricht einer Pleitequote von 2,64 Prozent und liegt noch deutlich unter der Quote für NRW (3,58 Prozent) und Deutschland (2,93 Prozent).
Das zweitgrößte Ausfallrisiko trägt in der gesamten Bundesrepublik und NRW der Handel. Im Münsterland ist es das Dienstleistungsgewerbe. Diese Branche hat mit über 47 Prozent den größten Anteil am Wirtschaftsgeschehen in unserer Region. Mit einem Pleiteanteil von 2,14 Prozent liegt dieser Wirtschaftssektor im Münsterland in der Ausfallklasse drei mit einem mittleren Ausfallrisiko. Genauso der Handel mit 2,11 Prozent.
Die sichersten Geschäfte machen Gläubiger mit öffentlichen Einrichtungen mit einem Ausfallrisiko um ein Prozent.
Rechtsform und Umsatzklassengröße als weitere Risikofaktoren der Unternehmen
Bricht man die Ausfallwahrscheinlichkeit herunter auf die Rechtsform, so entfällt auf die oft schlecht finanzierten Gewerbebetriebe und Einzelfirmen die höchste Ausfallquote. Hier muss von einem hohen bis sehr hohen Ausfallrisiko gesprochen werden.
Alle übrigen Rechtsformen weisen uneingeschränkt ein geringes bis sehr geringes Ausfallrisiko aus.
Die Ausfallquoten je Umsatzklasse unterstreichen ein weiteres Mal den Zusammenhang zwischen Finanzierung bzw. Liquidität und Pleiterisiko. Mit steigender Umsatzklasse sinkt das Ausfallrisiko. So liegt allein in der Erlösgruppe bis einer halben Million Euro ein mittleres bis erhöhtes Ausfallrisiko vor. Im Bundesvergleich sind die Kleinstbetriebe in unserer Region erneut die Gewinner. Mit einer Ausfallquote von 2,18 Prozent liegt sie unter Deutschland (2,39 Prozent) und NRW (2,68 Prozent).
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