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Pressemitteilung Wirtschaftslage Mittelstand im Münsterland

Creditreform Münster informiert

Konjunkturboom im Mittelstand – Unternehmen sehen noch kein Ende des Aufschwungs

Münster, 13.04.2011

 

Zur Datenbasis: Creditreform befragte im März dieses Jahres gut 800 kleine und mittlere Unternehmen im Münsterland zur aktuellen Wirtschaftslage, den Geschäftserwartungen und zu Liquidität und Eigenkapitalausstattung.

 

Im Frühjahr 2011 beurteilen die befragten Unternehmen im Münsterland ihre derzeitige Geschäftslage so gut wie seit 2008 nicht mehr. Die Rückkehr zum Vorkrisenniveau scheint damit geglückt. Über die Hälfte der Unternehmen (57,8 Prozent) antwortete auf die Frage nach der aktuellen Geschäftslage mit „gut“ oder „sehr gut“. Im Vorjahr äußerte sich nicht einmal jeder Dritte (30,7 Prozent) derart positiv. Weniger als ein Prozent der Firmeninhaber (0,8 Prozent) gibt der Geschäftslage ein „mangelhaft“ oder „ungenügend“ (Vorjahr: 11,5 Prozent).

 

Umsätze und Gewinne gestiegen

 

Die positive Stimmung unter den Mittelständlern in unserer Region kommt nicht von ungefähr: Die Hälfte (50,4 Prozent) der befragten Unternehmen berichtet von Umsatzsteigerungen, nachdem im Vorjahr nicht einmal jeder Fünfte (17,2 Prozent) hier ein Plus erwirtschaften konnte. Der Anteil der Betriebe, die einen Umsatzrückgang verzeichnen sank von 47,5 Prozent auf 10,2 Prozent. Damit erreicht der Saldo aus positiven und negativen Umsatzmeldungen mit plus 40 Prozentpunkten den zweithöchsten Wert in den vergangenen zehn Jahren.

 

Aber nicht nur steigende Umsätze auch Gewinnzuwächse verbuchten die Unternehmen in unserer Region. Nachdem im Vorjahr die Bilanzergebnisse mit Gewinneinbußen überwogen, ergibt der Saldo aus Ertragssteigerungen und sinkenden Erträgen aktuell ein klares Plus von 16 Prozentpunkten. Und auch dieser Wert wurde in den vergangenen zehn Jahren nur im absoluten Aufwindjahr 2007 übertroffen.

 

Umsatzzuwächse in allen Hauptwirtschaftsbereichen

 

Der Konjunkturaufschwung führt in allen Hauptwirtschaftsbereichen des Mittelstandes zu einer verbesserten Umsatzlage. Kräftige Zuwächse erzielten vor allem Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe – 60,3 Prozent der Befragten berichten hier von einem Umsatzplus. Schlechter stellt sich die Umsatzlage im Baugewerbe dar, wo nur gut jeder Dritte (35,4 Prozent) einen Umsatzanstieg erreichte. Dennoch überwiegen auch hier – wie in allen Hauptwirtschaftssegmenten – deutlich die Positivmeldungen.

 

Personalbestand der Firmen wächst

 

In den zurückliegenden zwölf Monaten standen bei vielen Mittelständlern Personalaufstockungen auf der Tagesordnung. So beschäftigen derzeit 37,3 Prozent der Betriebe mehr Mitarbeiter als vor einem Jahr. 12,7 Prozent sind mit weniger Personal ausgekommen. Besonders einstellungsfreudig zeigte sich im Laufe des letzten Jahres das ohnehin personalintensive Dienstleistungsgewerbe.

 

Rekordwerte bei den Erwartungen

 

Der Aufschwung im Mittelstand dürfte sich im laufenden Jahr fortsetzen. Gut jeder zweite Befrage (54,9 Prozent) rechnet mit steigenden Umsätzen, während lediglich sechs Prozent Umsatzeinbußen befürchten. Vor einem Jahr waren die mittelständischen Betriebe in unserer Region noch deutlich skeptischer: Nicht einmal jeder Vierte (24,2 Prozent) erwartete ein Umsatzplus. Umsatzrückgänge sahen fast 30 Prozent der Firmen auf sich zukommen.

Mit einem aktuellen Saldo aus optimistischen und pessimistischen Umsatzprognosen von plus 48,8 Prozentpunkten blickten die befragten Mittelständler bisher im Münsterland nur im Jahr 2007 zuversichtlicher nach vorn als 2011. Steigenden Rohstoff- und Energiepreisen zum Trotz spiegelt sich dieser Optimismus auch in den Gewinnprognosen wider. Danach wird der diesjährige Saldo (plus 30,7 Saldenpunkte) aus erwarteten Gewinnzuwächsen und –einbußen ebenfalls nur durch das Ausnahmejahr 2007 getopt.

 

Der Mittelstand liefert aller Voraussicht nach in diesem Jahr einen positiven Beschäftigungsbeitrag. 33,6 Prozent der befragten Unternehmer in unserer Region planen zusätzlich Personal einzustellen. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr (15,2 Prozent). Nur gut vier Prozent der Mittelständler werden in diesem Jahr Entlassungen vornehmen müssen – 2010 gaben das noch 14,3 Prozent der Firmeninhaber an. Beschäftigungsimpulse kommen dabei aus allen Wirtschaftsbereichen.

81 Prozent der zusätzlichen Planstellen im Münsterland sind Vollzeitbeschäftigungen, aber auch Ausbildungsstellen  werden bei 41,8 Prozent der Firmen geschaffen.

 

Verbesserte Liquiditätslage

 

Mit der insgesamt positiven konjunkturellen Entwicklung hat sich auch das Zahlungsverhalten der Kunden insgesamt merklich verbessert. Im Münsterland zahlen 77,8 Prozent (Vorjahr:68,9 Prozent) der privaten bzw. gewerblichen Kunden wieder pünktlich, d. h. innerhalb von 30 Tagen nach Rechnungsstellung. Die öffentliche Hand lässt sich traditionell länger Zeit für die Rechnungsbegleichung, doch auch bei diesen Kunden ist eine Verbesserung der Zahlungsweise spürbar: Nach dem desaströsen Ergebnis vor einem Jahr, als nur jeder zweite öffentliche Kunde im Münsterland pünktlich zahlte, sind es in diesem Jahr immerhin 60,1 Prozent.

 

Weniger Mittelständler als im Vorjahr erlitten hohe Forderungsverluste. Nachdem vor einem Jahr noch 11,5 Prozent der Befragten Ausfälle von über 1,0 Prozent ihres Jahresumsatzes hinnehmen mussten, sind diesmal nur 7 Prozent der Unternehmen betroffen. Ohne uneinbringliche Außenstände blieben nur 8,2 Prozent der Firmen (Vorjahr: 9,8 Prozent).

 

Steigende Eigenkapitalquoten

 

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hatte starke Löcher in die Eigenkapitaldecken der Unternehmen gerissen. Die positive Entwicklung bei den Umsatz- und Ertragszahlen haben es den Mittelständlern ermöglicht, ihr Eigenkapital wieder aufzubauen.

Mit aktuell 38,6 Prozent (Vorjahr: 34,9 Prozent), ist der Anteil der Mittelständler in unserer Region, die mehr als 30 Prozent Eigenkapitel im Verhältnis zur Bilanzsumme ausweisen, in den letzten zehn Jahren nie höher gewesen. Somit sind im Münsterland knapp vier von zehn Unternehmen solide finanziert.

17,7 Prozent der Betriebe (Vorjahr: 22,3 Prozent) besitzen weiterhin eine Eigenkapitalquote, die unterhalb der Marke von zehn Prozent (im Verhältnis zur Bilanzsumme) liegt. Diese Unternehmen gelten als stark unterkapitalisiert.

Um sich für eine mögliche nächste Krise zu rüsten, haben die Firmeninhaber aber nicht nur ihr Eigenkapital aufgestockt, viele investierten in ihr Unternehmen. 72,1 Prozent (Vorjahr: 64,3 Prozent) der Betriebe zeigen sich investitionsfreudig, wobei sogar jeder zweite (47,7 Prozent) sein Investitionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr erhöhte.

 

Rückblick und Stimmung in Deutschland wird vom Mittelstand im Münsterland übertroffen

 

Die Stimmung im deutschen Mittelstand ist rekordverdächtig. Der Höhenflug beginnt bei vollen Auftragsbüchern, geht über steigende Umsatz- und Gewinnzahlen bis hin zu positiven Erwartungen, die in den letzten zehn Jahren nie höher waren. Das Münsterland setzt noch einen drauf: Sowohl das Resümé des vergangenen Geschäftsjahres als auch der Ausblick auf das laufende Jahr fallen in unserer Region insgesamt noch positiver aus als deutschlandweit. Einziger Wehmutstropfen ist nach wie vor die Zahlungsweise der Kunden, die in unserer Region erneut schleppender ausfällt als für Gesamtdeutschland.



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Analyse: Wirtschaftslage - Mittelstand im Münsterland, Frühjahr 2011
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